Moin, wir sind Rene und David. Seit September 2026 nehmen wir an der BVB in Papenburg teil. Gemeinsam mit unserem zuständigen A+W-Mitarbeiter Gerd Jansen haben wir am 20.04.2026 an einer Zukunftswerkstatt der Caritas Niedersachsen zum Thema Armut in Hannover teilgenommen. Es war ein Tag, der ganz anders ablief als unser gewohnter Alltag in der BVB und uns viele neue Eindrücke vermittelt hat.
Als Gerd uns vor einigen Wochen gefragt hat, ob wir Lust hätten, am Sonntag mit ihm nach Hannover zu fahren, um am Montag an der Zukunftswerkstatt teilzunehmen, waren wir zunächst doch sehr skeptisch. Ehrlich gesagt, hat uns das Angebot eines Tages in Hannover mit Hotelübernachtung und All-Inclusive-Verpflegung mehr angesprochen als das Thema der Zukunftswerkstatt. Doch am Ende des Tages sollten wir eines Besseren belehrt werden.
Sonntag, 19.04.2026
Gegen 16:00 Uhr hat uns Gerd am Sonntag zu Hause abgeholt. Nach einer wirklich unterhaltsamen Fahrt kamen wir gegen 19:15 Uhr in Hannover an, sind ins Hotel eingecheckt und haben uns anschließend auf die Suche nach einem passenden Restaurant gemacht. Nach einem wirklich guten Essen, haben wir die nähere Umgebung unserer Unterkunft erkundet und ein paar richtig schöne Ecken von Hannover entdeckt. Gegen 23:00 Uhr sind wir zurück ins Hotel, um für den nächsten Tag und die Zukunftswerkstatt fit zu sein.
Montag, 20.04.2026
Nach einem üppigen Frühstück begann am Montag um 9:00 Uhr die Zukunftswerkstatt. Zwar waren wir mit Abstand die jüngsten Teilnehmenden dieser Veranstaltung, dennoch konnten wir unsere Standpunkte, Erfahrungen und Meinungen gleichberechtigt einbringen. Die zentrale Fragestellung der Zukunftswerkstatt lautete „Was brauchst du für ein guten Leben?“.
In der ersten Phase der Zukunftswerkstatt, der Kritikphase, ging es darum, aufzuzeigen, was uns im Alltag, stört, wovor wir Angst haben, was uns bedrückt oder wütend macht. In Kleingruppen haben wir verschiedene Aspekte vom Bildungssystem, über Altersarmut, Krieg, Generationengerechtigkeit, Leistungsdruck und Bürokratie bis hin zu Populismus thematisiert und für die weitere Arbeit gesammelt.
In der zweiten Phase der Zukunftswerkstatt, der Phantasiephase, haben wir ein Aspekt aus der Kritikphase aufgegriffen und unter der Annahme, dass Geld keine Rolle spielt und wir frei bestimmen können, bearbeitet. Wir beiden haben zusammen mit Gerd und drei weiteren Teilnehmenden das Thema Bildung und Ausbildung phantasievoll bearbeitet. Unsere Idee war ein Bildungssystem, in dem die „Schule eine Talentschmiede“ für alle Lernenden ist. Dabei sollen die Interessen der SchülerInnen an erster Stelle stehen und Talente gefördert werden. Nach wie vor ist der Zusammenhang zwischen Bildungserfolg und sozialer Herkunft in Deutschland sehr groß. Entsprechend fordern wir reiche Eltern für alle und einen Zugang zum Traumberuf ohne Hürden. Zur Darstellung dieser Inhalte haben wir als Team ein Plakat entworfen. Diese Arbeit war eine willkommene Abwechslung. Wir konnten richtig kreativ sein und sowohl mit Bildern als auch mit Texten arbeiten. Besonders gut gefiel uns, dass wir unsere eigenen Meinungen dort frei und deutlich darstellen konnten. Die Inhalte haben nämlich sehr viel mit unserem eigenen Leben zu tun. Die Diskussionen haben uns wirklich zum Nachdenken angeregt und gezeigt, wie Politik unseren Alltag beeinflusst. Gleichzeitig war es spannend, auch mal andere Meinungen zu hören und zu verstehen, wie andere Menschen diese Themen wahrnehmen.
Nach einer ausgiebigen Mittagspause mit einem guten Essen sind wir in die letzte Phase der Zukunftswerkstatt, die Umsetzungsphase, gegangen. Dabei war das Ziel, aus den Ideen der Phantasiephase konkrete Vorschläge für eine politische Debatte abzuleiten. Dabei haben wir uns sehr auf das Schulsystem fokussiert und Ansätze entwickelt: Kompetenz- und Förderpläne statt nur Noten, Kursangebote entsprechend der individuellen Leistungen und Talent statt bloßen Abarbeitens von Bildungsinhalten nach Lehrplänen, Schulreform nach skandinavischem oder amerikanischem Vorbild mit differenzierten Kursangeboten, leistungsorientierte Bezahlung von Lehrkräften statt Verbeamtung, Ausbau von Schulsozialarbeit und multiprofessionellem Zusammenarbeiten an Schulen. Unsere Gruppe war sich einig, dass das Thema Schule und Bildung für einen erfolgreichen Start ins Berufsleben, für eine gute Ausbildung und für soziale und wirtschaftliche Teilhabe grundlegend ist. Aus diesem Grund sehen wir hier den größten Handlungsbedarf.
Auch diese Arbeitsergebnisse haben wir in der großen Gruppe vorgestellt und diskutiert.
Nach einer abschließenden Reflexionsrunde neigte sich dieser abwechslungsreiche und interessante Tag leider schon dem Ende zu und wir haben uns, natürlich mit einem kurzen Stopp bei McDonalds, auf den Heimweg nach Papenburg gemacht.
Insgesamt war die Zukunftswerkstatt eine sehr gute Erfahrung. Es war eine tolle Abwechslung zum normalen Unterrichtsgeschehen. Durch den Austausch und die kreative Arbeit haben wir unsere eigenen Standpunkte und Meinungen zu wichtigen gesellschaftlichen Themen deutlich besser verstehen gelernt.
Allumfassend war es ein sehr guter Trip, wir haben tolle Menschen kennengelernt und viel diskutiert und gelernt. Wir freuen uns schon auf die weitere Arbeit an diesem Thema und darauf, unsere Ergebnisse verschiedenen politischen Abgeordneten und Gruppen zu präsentieren.
Gesamtbewertung: 10 von 10 Punkten!
Vielen Dank, dass wir dabei sein durften!
Rene und David